Foodtrends – Die Zukunft des Essens
So wie sich die Gesellschaft wandelt, so wandelt sich auch das Essverhalten. Folglich hat dies Auswirkungen auf die Backbranche, denn der Kunde ist König: Verändern sich dessen Wünsche, haben sich Bäcker damit auseinanderzusetzen, Produkte neu zu denken und mit dem Trend der Kundschaft zu gehen.
Eine, die sich ganz genau mit der sich verändernden Esskultur beschäftigt, ist die Ernährungswissenschaftlerin und Zukunftsforscherin Hanni Rützler. Jährlich veröffentlicht sie den „Foodreport“, in dem sie Trends in der Ernährung aufgreift. In der neuesten Ausgabe gibt sie einen Ausblick auf 2024.
„Foodtrends sind keine statischen Phänomene, sie befinden sich in einer permanenten Evolutionsschleife. Sie verstärken oder präzisieren sich, stagnieren oder werden schwächer“, heißt es in dem Report. Was sich durchsetzt und was nicht, werde oft von technischen Innovationen sowie sozialen und kulturellen Impulsen angestoßen. Sogenannte Megatrends reichen schließlich in alle gesellschaftlichen Bereiche hinein, seien es Wirtschaft, Politik, Bildung oder Kultur – und davon ist auch das Ernährungssystem nicht ausgenommen. Ein Paradebeispiel dafür sei die Neo-Ökologie, die überall ihre Spuren hinterlasse, auch bei den Verbrauchern und Verbraucherinnen: Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung stehen dabei wieder im Mittelpunkt.
Pflanzen als Basis
Besonders pflanzenbasierte Produkte (Plant-based) seien deshalb sehr gefragt. Dieser Foodtrend wird vor allem von der jungen Generation angetrieben, die ein wachsendes Klima- und Umweltbewusstsein mitbringt. Neben Obst, Gemüse und natürlich Getreide gewinnen auch Hülsenfrüchte bei der Herstellung neuer Lebensmittel zunehmend an Bedeutung – so auch bei backaldrin, etwa in Form des neuen KichererbsenMix.
Nach wie vor werde auch gerne lokal gekauft, die Nähe zwischen Produktions- und Konsumort sei dabei das Wichtigste, denn Landwirte und Landwirtinnen in der Umgebung sollen unterstützt werden. Vermehrt wird es laut Rützler zudem zu einer „Re-Regionalisierung“ der industriellen Lebensmittelproduktion kommen, auch als „New Glocal“ bezeichnet. Befeuert werde dieser Trend nach wie vor durch die gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre (Coronakrise, Ukrainekrise und die daraus entstandenen Lieferkettenprobleme). Binnenmärkte werden deshalb eine immer größere Rolle spielen.
Snacks im Vormarsch
Aber nicht nur was, sondern auch wie gegessen wird, ist im Wandel. Der persönliche Tagesablauf bestimmt, wie Mahlzeiten konsumiert werden. Die Grenzen zwischen Frühstück, Mittag- und Abendessen verschwimmen deshalb immer mehr. „Der Arbeitsalltag strukturiert die Essgewohnheiten – nicht mehr umgekehrt“, heißt es im Foodreport 2024. Ein daraus resultierender Foodtrend sei die „Snackification“. Kleine Mahlzeiten, die schnell und bequem überall konsumiert werden können, erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit. Das kann auch den Bäckern und Bäckerinnen in die Hände spielen, sind Brot und Gebäck doch die perfekte Basis für einen Snack, wie auch Kreationen von backaldrin zeigen.
Operative Optimierung
Zu ähnlichen Ergebnissen wie Hanni Rützler kommt auch die Umfrage des Wissensforums Backwaren. Diese veröffentlichte heuer ein Update zum Backzutaten-Trendreport. 2022 hatte man mit diesem Report erstmals eine umfangreiche Trendanalyse für die Backbranche erstellt. Insgesamt wurden darin neun Megatrends und rund 100 Subtrends identifiziert.
Wie auch diese Umfrage zeigt, sind Nachhaltigkeit und vegane bzw. Plant-based-Produkte die absoluten Top-Themen. Aber auch traditionelle Gebäcke und Herstellung liegen im Trend. Auf der operativen Ebene stehen die Optimierung von Wertschöpfungsketten, Prozessen und Kosten (vor allem bei Energie) sowie die Steigerung der Effizienz im Mittelpunkt. Ebenso spielt die digitale Kommunikation in der Backbranche eine immer wichtigere Rolle.
Im Vergleich zu den Ergebnissen von 2022 zeigt sich, dass die Megatrends Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Effizienz noch wichtiger geworden sind. Die Relevanz von Gesundheit, Innovation, Indulgence, Tradition/Nostalgie, Transparenz/Kommunikation sowie Globalisierung ist relativ gleich geblieben. Wobei 33 Prozent der Befragten bei der Globalisierung angeben, dass der Trend kleiner werde, was wiederum den Ergebnissen von Hanni Rützler gleicht, die „New Glocal“ als neuen Trend identifiziert.
Was wir essen, beeinflusst, was angebaut wird. Welche Trends spiegeln sich in Sachen Brot und Backwaren auf den Feldern wider?
Dr. Edith Hüttner-Wilkinson, stellvertretende Leiterin der Entwicklungs- und Qualitätsabteilung bei backaldrin: Aufgrund der allgemeinen Kostensteigerungen bemerken wir, dass Konsumenten und Konsumentinnen auch bei Brot und Backwaren genauer auf den Preis achten und vermehrt preiswertere Produkte wie Semmeln und Mischbrote auswählen. Die Anbaufläche von Weizen und Roggen hat sich deshalb kaum geändert bzw. sogar geringfügig zugenommen. Interessant ist für viele Landwirte und Landwirtinnen sicherlich die Nachfrage nach Leguminosen (z. B. Erbsen oder Bohnen) als Rohstoff für Fleischalternativen. Deshalb werden wir diese in Zukunft vermutlich vermehrt auf unseren Feldern wiederfinden.